Es gibt Weinwege, zu denen man erst hinfahren muss. Und es gibt den Blauburgunderweg, der bei einer seiner drei Rundvarianten direkt durch Glen (Gleno) führt — also durch jenen Weiler, in dem die Ferienwohnungen Hermann Hof stehen. Sie brauchen kein Auto, um auf den längsten Weinweg der Gegend zu kommen. Sie brauchen Schuhe.

Wie lang ist der Blauburgunderweg?

16 Kilometer, rund 5 Stunden Gehzeit — damit ist er der längste Weinweg des Südtiroler Unterlandes. Der Weg verläuft als Linienroute, lässt sich aber über mehrere Rundvarianten verkürzen. Einstiegsmöglichkeiten gibt es in Auer (Ora), Montan (Montagna) und Neumarkt (Neumarkt/Egna). Die eigentlichen Rebhänge liegen zwischen Mazon (Mazzon), Glen und Pinzon (Pinzano).

Eine Besonderheit dieser Lage: Das Blauburgunder-Reich reicht hier bis auf 1.150 m Höhe hinauf. Für eine Rebsorte, die es normalerweise deutlich tiefer mag, ist das ungewöhnlich — und einer der Gründe, warum aus diesem Winkel zwischen Etsch und Fleimstal Pinot Noir kommt, über den weit über Südtirol hinaus gesprochen wird.

Die drei Rundvarianten im Überblick

Wer nicht die ganze Strecke gehen will, wählt eine Runde und endet dort, wo er begonnen hat. Drei Varianten stehen zur Wahl:

  • Auer – Montan – Auer: 6,2 km, 1 Stunde 45 Minuten, 260 Höhenmeter. Der markanteste Anstieg aus dem Talboden.
  • Montan – Glen – Montan: 4,1 km, 1 Stunde 15 Minuten, 180 Höhenmeter. Die kürzeste und bequemste Runde — und die, die durch Glen führt.
  • Neumarkt – Mazon – Vill: 7,9 km, 2 Stunden 30 Minuten, 450 Höhenmeter. Die sportlichste, dafür mitten durch Mazon.

Warum ist die Runde Montan – Glen – Montan für Hausgäste die erste Wahl?

Weil Glen auf der Strecke liegt. Die Runde Montan – Glen – Montan misst 4,1 km, dauert 1 Stunde 15 Minuten und überwindet 180 Höhenmeter — und der Weiler, in dem die Wohnungen liegen, ist einer ihrer Wegpunkte. Sie müssen den Weg also nicht anfahren: Sie treten vor die Tür, entscheiden sich für eine Richtung und kehren um, wann Sie mögen.

Das ändert den Charakter der Sache. Eine Runde von 75 Minuten ist keine Tagesplanung, sondern etwas für nach dem Frühstück oder für die Stunde vor dem Abendessen, wenn das Licht flach über die Reben fällt. Mit Kindern funktioniert sie ebenfalls, wenn Sie mehr Zeit einrechnen: 180 Höhenmeter verteilen sich angenehm.

Kann man unterwegs einkehren und verkosten?

Ja — mit einem Anruf vorher. Die großen Kellereigenossenschaften führen Weinshops mit regulären Öffnungszeiten. Die kleinen Weingüter, und die sind hier in der Mehrzahl, empfangen dagegen häufig nur nach Voranmeldung, manchmal zu einem einzigen Termin pro Tag. Eine Mail oder ein Telefonat am Vortag entscheidet darüber, ob Sie vor einem geschlossenen Hoftor stehen oder mit dem Winzer am Tisch sitzen.

Die spontanere Variante ist der Buschenschank. Dahinter steht eine gesetzlich geregelte Form der Hofgastronomie: Ein landwirtschaftlicher Betrieb darf auf dem eigenen Hof eigenen Wein und eigene Speisen ausschenken, und das nur an einer begrenzten Zahl von Tagen im Jahr. Erkennbar ist ein solcher Betrieb am Buschen, dem Zweigbüschel am Eingang. Ein Restaurant ist das nicht und will es auch nicht sein: Die Karte ist kurz, der Wein kommt vom Hof, und es gibt, was da ist.

Wann lohnt sich der Weg am meisten?

Frühling und Herbst. Im Frühjahr treiben die Reben aus und die Temperaturen sind zum Gehen ideal; im Herbst kommen Weinlese und danach das Laub, das hier tiefrot wird. Im Sommer besser früh morgens oder am späten Nachmittag losgehen — diese Südhänge bekommen viel Sonne ab, das ist ja gerade ihr Kapital.

Die Südtiroler Blauburgundertage sind der Termin, an dem die Produzenten der Zone ihre Jahrgänge vorstellen und vergleichende Verkostungen anbieten. Sie finden im Frühjahr bis Frühsommer statt, mit Veranstaltungen an mehreren Orten der Gegend; Termine und Austragungsort wechseln, prüfen Sie deshalb bitte das offizielle Programm, bevor Sie die Reise fixieren. Wenn Sie dabei sein möchten: früh buchen, in diesen Tagen ist die Zone gut belegt.

Was mitnehmen

  • Leichte Wander- oder Trailschuhe — der Untergrund wechselt, es gibt Schotter und Abstiege.
  • Wasser: Trinkbrunnen sind zwischen den Reben nicht garantiert.
  • Hut und Sonnenschutz von April bis September, auch auf kurzen Runden.
  • Bargeld: Nicht jeder Buschenschank und nicht jedes kleine Weingut nimmt Karte.
  • Die Telefonnummer des Weinguts, das Sie besuchen wollen — angerufen am Tag davor.

Vom Haus aus

Glen liegt an den südwestlichen Hängen des Cislon, auf 520 bis 580 m, und zählt 69 Einwohner, verteilt auf Oberglen und Unterglen. Ein Dorf im engeren Sinn ist das nicht: zwei Häuserreihen entlang der Straße nach Truden, dazwischen und darum herum Weinberge.

Die fünf Ferienwohnungen im Hermann Hof liegen in einem sanierten Hof, umgeben von drei Hektar Wald und Blauburgunder-Weinbergen — für Gäste, die ruhig wohnen und zu Fuß losgehen wollen. Der eigentliche Luxus zeigt sich nach der Tour: Sie müssen nicht mehr fahren. Duschen, eine im Weingut gekaufte Flasche öffnen, auf der Terrasse sitzen und auf die Hänge schauen, durch die Sie gerade gegangen sind. Wer mehr will, findet vor derselben Tür die Runde Montan – Pinzon – Glen mit 6,4 km in 2 Stunden sowie den Radweg auf der Trasse der alten Fleimstalbahn.

Foto: Marco Feola


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