Schloss Enn öffnet genau einmal im Jahr: im August, zum Konzert der Musikkapelle. Sonst bleibt das Wahrzeichen von Montan (Montagna) ein Bauwerk, das Sie von außen betrachten — von der Straße, aus den Weinbergen, von den Wegen hinauf nach Glen (Gleno). Wer das vorher weiß, plant den Tag anders und steht nicht vor einem verschlossenen Tor.

Montan an der Weinstraße: Lage und Fraktionen

Montan liegt auf 410 Metern, auf einem sonnigen Hochplateau über dem Etschtal, an der Südtiroler Weinstraße. Das Dorf liegt nicht im Talboden, sondern gerade so weit darüber, dass die Sonne den ganzen Tag auf den Hängen steht — der Grund, warum hier oben überhaupt Wein wächst.

Die Gemeinde besteht nicht aus einem Zentrum, sondern aus mehreren Fraktionen, verstreut zwischen Reben und Kastanienhainen:

  • Doladizza
  • Pinzon (Pinzano)
  • Glen (Gleno)
  • Casignano
  • Neumontan (Montagna Nuova)

Glen, wo unsere Wohnungen stehen, ist eine davon. Alles, was hier folgt, liegt also nicht am Ende eines Ausflugs, sondern in Ihrer eigenen Gemeinde.

Warum ist Schloss Enn nicht zu besichtigen?

Schloss Enn wurde im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut und ist das Symbol von Montan, aber es ist keine Museumsanlage: Der Öffentlichkeit steht es einmal jährlich offen, im August, beim Konzert der Musikkapelle. Es gibt keine Eintrittskarten, keine regelmäßigen Führungen und keine Öffnungszeiten.

Das macht die Silhouette auf dem Hügel nicht weniger sehenswert — sie ist das Bild, das Sie von diesem Landstrich im Kopf behalten. Wenn Sie im August hier sind, fragen Sie im Dorf nach dem Konzerttermin. Für die Montaner ist das ein Abend unter Nachbarn, keine Touristenveranstaltung.

Kirchen: St. Bartholomäus und St. Stephan

Die Pfarrkirche von Montan ist dem heiligen Bartholomäus geweiht. Der Bau selbst ist neuromanisch, der Glockenturm stammt jedoch aus dem 13. Jahrhundert und ist damit deutlich älter als das Kirchenschiff um ihn herum. In Pinzon, etwas tiefer gelegen, steht die Kirche St. Stephan am Platz mit dem Brunnen.

Beides sind Stationen von einer halben Stunde. Am besten nehmen Sie sie zu Fuß mit, statt jede einzeln mit dem Auto anzufahren.

Das Reich des Blauburgunders

Montan gilt als das Reich des Blauburgunders, und die Zahl, die das erklärt, ist die Höhe: Die Blauburgunderlagen reichen hier bis auf 1.150 Meter. Für eine rote Sorte ist das außergewöhnlich hoch — und genau diese Höhenlage gibt dem Wein die Säure und die Feinheit, für die er bekannt ist.

In Montan beginnt auch der Blauburgunderweg, der durch die Weinberge zwischen Mazon (Mazzon), Glen und Pinzon führt. Kellereien und Buschenschänke in der Umgebung öffnen zu wechselnden Zeiten oder nach Vereinbarung: Ein Anruf vorab lohnt sich immer, außerhalb der Sommermonate ohnehin.

Die Rundwanderung Montan – Pinzon – Glen

Diese Runde verbindet alles miteinander: 6,4 Kilometer, rund 2 Stunden, 208 Höhenmeter, Schwierigkeit leicht. Start ist das Café Sportbar in Montan auf 410 Metern beim Sportplatz, über Pinzon geht es hinauf nach Glen auf 613 Meter.

  • Länge: 6,4 km
  • Dauer: 2 Stunden
  • Höhenunterschied: +208 m / −208 m
  • Schwierigkeit: leicht
  • Start: Café Sportbar, Montan, 410 m
  • Markierung: Kalteggweg, Weg Nr. 5, Weg 4, Weg 1, „Bahnweg“, Nr. 4B

Der schönste Teil ist der Rückweg: Er folgt der Trasse der alten Fleimstalbahn, gleichmäßig und sanft abfallend, wie es Bahntrassen eben sind. Auf dieser Strecke, unterhalb von Glen, steht auch das 73 Meter lange Steinviadukt — eines der Bauwerke, die von der Linie geblieben sind. Frühling und Herbst sind die richtigen Jahreszeiten; im Sommer wird der Aufstieg durch den Kastanienhain spürbar warm.

Castelfeder, in derselben Gemeinde

Das Naherholungsgebiet Castelvetere/Castelfeder gehört zur Gemeinde Montan. Ein Porphyrhügel mit Trockenwiesen, warmem Fels und weitem Blick ins Etschtal — von den Einheimischen seit Generationen als Spazier- und Wandergebiet genutzt, und das ganze Jahr über, nicht nur im Sommer.

Vom Haus aus

Der Hermann Hof steht in Glen und damit in der Gemeinde Montan. Die Fraktionen, die Kirchen, die Blauburgunderlagen und die alte Bahntrasse sind nicht Ziele, die Sie ansteuern, sondern Ihre unmittelbare Umgebung. Die Runde Montan – Pinzon – Glen führt direkt durch Glen: Sie können sie umgekehrt gehen, zu Fuß vom Haus aus starten und ohne Auto wieder zurückkommen.

Das Haus ist ein sanierter Hof, geplant für genau diesen Ort: fünf Wohnungen, Sonne über den ganzen Tag und die Straße nach Truden davor. Der Rest — Schloss Enn von außen, ein Glas in der Kellerei, der Aufstieg durch die Kastanien — beginnt vor der Haustür.

Foto: Luca Dal Gesso


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