{"id":490,"date":"2026-08-05T11:23:16","date_gmt":"2026-08-05T11:23:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hermannhof.it\/?p=490"},"modified":"2026-08-12T08:47:29","modified_gmt":"2026-08-12T08:47:29","slug":"pinzon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/pinzon\/","title":{"rendered":"Pinzon, das Dorf \u00fcber den Weinbergen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sp\u00e4tgotischer Fl\u00fcgelaltar von Hans Klocker, dem Brixner Meister, aus dem Jahr 1490 \u2014 in einer Fraktionskirche auf gut 400 Metern H\u00f6he, ohne Hinweistafel an der Hauptstra\u00dfe und ohne Warteschlange. Pinzon (Pinzano) steht auf keiner Pflichtliste. Genau deshalb lohnt sich ein Vormittag dort.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wo liegt Pinzon?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pinzon ist eine Fraktion der Gemeinde <a href=\"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/montan\/\">Montan<\/a> (Montagna) an der S\u00fcdtiroler Weinstra\u00dfe; das Dorfzentrum liegt zwischen 390 und 430 m. Unterhalb breitet sich der Talboden der Etsch aus, oberhalb steigen die H\u00e4nge nach Glen (Gleno) und zum Cislon hinauf. Dazwischen: Weinberge, bis an die Hausmauern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was Pinzon ausmacht, steht in keinem Reisef\u00fchrer als Sehensw\u00fcrdigkeit, pr\u00e4gt aber alles \u2014 das Kleinklima: warme Tage, k\u00fchle Nachtwinde. F\u00fcr eine heikle rote Rebsorte ist das die ideale Kombination. Sie reift tags\u00fcber aus und erholt sich nachts, die S\u00e4ure bleibt erhalten. Wer sich fragt, warum sich auf so wenigen Quadratkilometern so viele Weing\u00fcter dr\u00e4ngen, hat mit dieser Temperaturamplitude die Antwort.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was gibt es in Pinzon zu sehen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcnf Dinge, alle wenige Gehminuten voneinander entfernt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kirche St. Stephan<\/strong>: der sp\u00e4tgotische Altar von Hans Klocker aus dem Jahr 1490 und eine historische W\u00f6rle-Orgel. Klocker geh\u00f6rte zu den bedeutenden Bildschnitzern der Brixner Schule \u2014 dass ein Werk von ihm in einer Fraktionskirche steht, sagt viel \u00fcber den Rang dieser Gegend im 15. Jahrhundert.<\/li>\n<li><strong>St.-Stephans-Platz<\/strong> mit Brunnen: der Ort, an dem sich das Dorf sammelt, und der einzige, an dem man in Ruhe die Fassaden betrachtet.<\/li>\n<li><strong>Pinzoner Keller<\/strong>: historische Kellerei, erkennbar an den naiven Malereien auf den Fassaden. Schon von au\u00dfen ein Umweg wert.<\/li>\n<li><strong>Saltnerturm<\/strong> mitten in den Weinbergen: der <em>Saltner<\/em> war der Weinbergsh\u00fcter, der in den Wochen vor der Lese die reifen Trauben bewachte. Der Turm ist der bauliche Rest eines verschwundenen Berufs.<\/li>\n<li><strong>Ruine Burg Kaldiff<\/strong> s\u00fcdwestlich des Dorfes: keine besichtigbare Burg, sondern eine Ruine \u2014 aber ein gutes Ziel f\u00fcr einen kurzen Spaziergang.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Runde Montan \u2013 Pinzon \u2013 Glen zu Fu\u00df<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6,4 km, 2 Stunden, +208 und \u2212208 H\u00f6henmeter, Schwierigkeit leicht. Startpunkt ist das Caf\u00e9 Sportbar in <a href=\"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/montan\/\">Montan<\/a> (410 m) beim Sportplatz. Der Weg f\u00fchrt \u00fcber Pinzon hinauf nach Glen (613 m) und dann im Abstieg zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Von <a href=\"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/montan\/\">Montan<\/a> (410 m) \u00fcber die Kaltegg-Stra\u00dfe auf den <strong>Weg Nr. 5<\/strong>.<\/li>\n<li>Weiter auf <strong>Weg 4<\/strong> und <strong>Weg 1<\/strong> Richtung Pinzon, \u00fcberwiegend auf Dorfstra\u00dfen.<\/li>\n<li>Nach Pinzon folgt der einzige anspruchsvolle Abschnitt: ein <strong>steiler Anstieg durch den Kastanienhain<\/strong> nach Glen, 613 m, dem h\u00f6chsten Punkt der Runde.<\/li>\n<li>Zur\u00fcck geht es \u00fcber den <strong>&#8222;Bahnweg&#8220;<\/strong> und <strong>Nr. 4B<\/strong> auf der Trasse der alten <a href=\"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/fleimstalbahn-radweg\/\">Fleimstalbahn<\/a>: gleichm\u00e4\u00dfiges Gef\u00e4lle, Schatten, und das eigenartige Gef\u00fchl, auf einer Bahnlinie zu gehen, die es nicht mehr gibt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beste Jahreszeiten sind Fr\u00fchling und Herbst. Im Sommer hilft der Kastanienhain, der erste Teil der Runde liegt allerdings offen in der Sonne. Zum Einkehren bieten sich drei Adressen an der Strecke an: <strong>Pinzonerkeller<\/strong>, <strong>Hofschank Lexnhof<\/strong> und <strong>Planitzer<\/strong>. Wie bei allen Buschensch\u00e4nken der Gegend gelten keine durchgehenden \u00d6ffnungszeiten \u00fcber das ganze Jahr \u2014 erkundigen Sie sich vorher, dann planen Sie die Wanderung nicht um eine verschlossene T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum f\u00fchrt der R\u00fcckweg \u00fcber eine stillgelegte Bahnlinie?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil hier bis in die 1960er Jahre ein Zug fuhr. Die <a href=\"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/fleimstalbahn-radweg\/\">Fleimstalbahn<\/a> verband Auer (Ora) mit Predazzo \u00fcber 50,5 km und \u00fcberwand dabei 873 H\u00f6henmeter \u2014 von 224 m auf 1.008 m \u2014 bei einer Maximalsteigung von 42 Promille. Gebaut hat sie das k. u. k. Milit\u00e4rgenie im Ersten Weltkrieg: Der Abschnitt Auer\u2013Cavalese wurde am 23. Juni 1917 er\u00f6ffnet, Cavalese\u2013Predazzo am 1. Februar 1918. Der Zweck war rein milit\u00e4risch \u2014 eine komplette Infanteriebrigade innerhalb von 24 Stunden von Auer ins Fleimstal zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Krieg wurde die Strecke zivil genutzt, 1929 mit 2600 V Gleichstrom elektrifiziert und 1963 stillgelegt. Heute ist die Trasse ein Weg \u2014 und in Glen steht ihr fotogenerstes St\u00fcck: ein <strong>73 m langes Steinviadukt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Thalerhof in Glen und die Sache mit den Ortsnamen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Glen steht der Thalerhof, den Ettore Tolomei 1906 als Sommersitz erwarb. Tolomei ist jener Mann, der die S\u00fcdtiroler Ortsnamen ins Italienische \u00fcbertrug. Fast alle italienischen Bezeichnungen, die Sie auf den zweisprachigen Tafeln dieses Tals neben den deutschen lesen, gehen auf seine Arbeit zur\u00fcck \u2014 deshalb hei\u00dft Glen auch Gleno und Pinzon auch Pinzano.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Thema wird in S\u00fcdtirol bis heute diskutiert, und ein Reiseartikel wird es nicht entscheiden. Aber es ver\u00e4ndert den Blick auf ein zweisprachiges Stra\u00dfenschild, wenn man wei\u00df, dass dieses Vorhaben ein Haus wenige hundert Meter neben dem Wanderweg hatte. Toponomastik ist hier keine Verwaltungsfrage, sondern j\u00fcngere Geschichte, die in Gespr\u00e4chen noch vorkommt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Haus aus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glen ist mit 613 m der h\u00f6chste Punkt der Runde; der Weiler selbst liegt zwischen 520 und 580 m an den s\u00fcdwestlichen H\u00e4ngen des Cislon. 69 Einwohner, zwei Ortsteile \u2014 Oberglen und Unterglen \u2014, eine den Heiligen Kosmas und Damian geweihte Kapelle und ein Wasserfall am Trudner Bach unterhalb des M\u00fchlentals. Der Name geht auf <em>colonia<\/em> zur\u00fcck: r\u00f6mische Rodung und Besiedlung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die f\u00fcnf Ferienwohnungen des Hermann Hof liegen in einem sanierten Hof in diesem Weiler. Der praktische Vorteil: Die Runde Montan \u2013 Pinzon \u2013 Glen f\u00fchrt unmittelbar vorbei. Sie k\u00f6nnen sie gegen den Uhrzeigersinn gehen \u2014 von der Haust\u00fcr hinunter nach Pinzon und \u00fcber den Kastanienhain zur\u00fcck herauf \u2014 oder nur die halbe Strecke und dann umkehren. Kein Auto f\u00fcr den Start, keines f\u00fcr den R\u00fcckweg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"photo-credit has-small-font-size wp-block-paragraph\"><em>Foto: Thomas Monsorno<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"transparency-note has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Transparenzhinweis:<\/strong> Dieser Beitrag wurde mit Unterst\u00fctzung von Werkzeugen der k\u00fcnstlichen Intelligenz auf Grundlage \u00f6ffentlicher Quellen erstellt und von unserem Team gepr\u00fcft.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf 390-430 m zwischen den Reben: der Klocker-Altar von 1490, der Pinzoner Keller, der Saltnerturm und die Runde von Montan nach Glen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":531,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"rank_math_title":"Pinzon, das Dorf \u00fcber den Weinbergen | Hermann Hof","rank_math_description":"Auf 390-430 m zwischen den Reben: der Klocker-Altar von 1490, der Pinzoner Keller, der Saltnerturm und die Runde von Montan nach Glen.","rank_math_focus_keyword":"Pinzon Montan, St. Stephan Pinzon, Hans Klocker Altar","rank_math_canonical_url":"","rank_math_robots":[],"rank_math_advanced_robots":[],"rank_math_facebook_title":"","rank_math_facebook_description":"","rank_math_twitter_title":"","rank_math_twitter_description":"","footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-490","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-tagebuch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=490"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/490\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1107,"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/490\/revisions\/1107"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hermannhof.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}